Hungerbrunnental

Im Nebel gewandert – aber keiner allein

Mit dem melancholischen Gedicht von Hermann Hesse (Seltsam im Nebel zu wandern) hatte die von Heidrun und Dieter Schleyer geführte Tour zum Hungerbrunnen nichts gemein - aber neblig war es trotzdem - erst in Ulm schien die Sonne wieder. In seinen abschließenden Dankesworten betonte Hartmut Kruse deshalb die Gemeinschaft. Die beschauliche Wanderung führte vom Heldenfinger Kliff nach Zähringen,  wo es dann im Lamm typisch schwäbisches Vesper zur Auswahl gab. Wer wollte, konnte auf halber Strecke zu Emil in den Bus steigen. Alle waren zufrieden, Nebel hin oder her. Auch ein Schnäpschen gab es zum Schluss , gestiftet von Hermann und Uschi Botzenhardt aus traurigem Anlass. Auch sie wollen und müssen nach vielen Jahren ihr Amt als Tourenführer niederlegen. Das Amt verlangt viel Idealismus. Selbst wenn die Wege schon bekannt sind, wie die Tour zum Hungerbrunnen, machen sich bei den Senioren die Führer meistens noch zusätzliche Arbeit, etwa, wenn sie wie Schleyers im Internet recherchieren. So konnten  die Mitwanderer die Geschichte der Highlights gleich nachlesen. Das Heldenfinger Kliff war vor 15 Millionen Jahren ein Teil der Felsküste des tertiären Meeres, auch um den Hungerbrunnen ranken sich viele Geschichten. Hier lag zwischen der Reichsstadt Ulm und dem Herzogtum Württemberg eine „Freistätte“, niemand war recht zuständig, was das Jungvolk zu „lustigen Tagen“ in der Osterzeit inspirierte. Daraus hat sich allmählich der Heldenfinger Brezgamarkt entwickelt. Alljährlich am Palmsonntag strömen mehrere tausend Besucher ins Tal, das , davon konnten sich die Wanderer an diesem Mittwoch wieder überzeugen, unter der Woche stillen Frieden und romantischen Zauber ausstrahlt, besonders jetzt im Herbst, wenn die Blätter gelb und dunkelrot leuchten, sogar im Nebel. 

 

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