2026 Tiefschneekurs

Tiefschneekurs auf der AIDA
Oder: warum Voltaren, Frischhaltefolie und gelbes Skiwachs unverzichtbare Kursausrüstung sind.

Schon beim Treffpunkt war klar: Dieser Tiefschneekurs wird kein gewöhnlicher. Sechs Teilnehmende, etwas Skepsis am ersten Tag und eine zentrale Frage: Was bringt Skating auf Langlaufskiern eigentlich – außer Muskelkater? Spoiler: eine ganze Menge.

 Die sonnige Loipe in Häselgehr machte den Einstieg leicht. Auch wenn auf Skating-Ski bekanntlich keine entspannte Rückenlage möglich ist, wich die anfängliche Zurückhaltung schnell ehrlicher Begeisterung. Spätestens nach den ersten Übungen war klar: Das hat Hand und Fuß – und Wirkung. Für das passende Material sorgte Fun Sport Norbert in Holzgau – hervorragende Beratung, top Ausrüstung, besser geht’s kaum.

Unser Stammquartier in Holzgau war zwar ausgebucht, aber wir hatten Glück im Unglück: keine Schneeketten nötig, dafür ein wunderschönes Quartier in Steeg am Berg, sehr gutes Essen und gemütliche Zimmer.

Abends wurde es theoretisch – zumindest offiziell. Stefan, unser hochmotivierter Kursleiter und die personifizierte gute Laune, verwandelte das Esszimmer bis 23 Uhr in eine Wachs- und Werkstattzone. Skipflegekurs mit gelbem Wachs inklusive. Wer dachte, nach dem Abendessen ist Schluss, hatte Stefan noch nicht erlebt.

Auf Ski war er dann endgültig in seinem Element:
„Den Bullen bei den Hörnern packen – Like it, tschakka!“
„Ein bisschen femininer fahren!“
„Banane, Bogenspannung, locker in der Hüfte!“
„Zigarette ausdrehen!“

Bildlich, direkt, immer mit einem Spruch auf den Lippen – und erstaunlich effektiv. Sauberes Kantenfahren, Körperspannung, hochwertige Kurven und ganz nebenbei noch Schnee lesen lernen. Wenn der Hund ins Tal zieht, wird die Flinte bergseitig geschultert – wer dabei nicht wusste, was gemeint ist, wusste es spätestens nach der nächsten Abfahrt.

Warth zeigte sich als absoluter Glücksgriff: traumhafter Tiefschnee, perfekte Pisten, Sonnenschein pur und immer wieder die Einladung, „ab in den Acker“ (AIDA) zum Tiefschneefahren. Der Widderstein stets im Blick, das Grinsen im Gesicht – so stellt man sich einen perfekten Kurs vor.

Besonders wertvoll waren die Einzelkorrekturen, Videoanalysen und Stefans enormes Wissen zu Ski, Material und Pflege. Das Ergebnis nach zweieinhalb Tagen: Alle konnten ihr Fahrkönnen deutlich verbessern – und gingen mit neuen Bildern, Techniken und jeder Menge Motivation nach Hause.

Fazit: Muskelkater ja, Voltaren (intensiviert unter Frischhaltefolie) vielleicht, aber vor allem zweieinhalb großartige Tage im Schnee, viel gelernt, viel gelacht – und garantiert nicht der letzte Tiefschneekurs auf der AIDA.

Simone Neubauer

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