Zum Auftakt ein Rückblick – DAV Senioren erinnern sich

Zum Auftakt ein Rückblick – DAV Senioren erinnern sich

Das DAV-Senioren-Winterprogramm mit drei Dia-Vorträgen startete dieses Jahr mit einem fulminanten Rückblick auf das eigene Wanderprogramm im Jahr 2018. Wie immer hatte Heide Urban eine ebenso humorvolle wie unterhaltsame Show aus den vielen Fotos zusammengestellt, hatte Tricks untergemischt, den Text selbst verfasst und gesprochen und mit Klaviermusik unterlegt. Dafür gab es viel Beifall- aber die sonnendurchfluteten Bilder des vergangenen Jahres weckten auch bei jedem Mitwanderer Erinnerungen an einen herrlichen Sommer.

So rückte auch der Ausflug nach Poppenweiler wieder ins Gedächtnis.Das Ziel „Besen in Poppenweiler“ lässt manchem alten Hasen unter den DAV-Senioren das Wasser im Munde zusammenlaufen, denn in der Besenwirtschaft der Familie Geiger gibt es preiswerten Trollinger und Lemberger, aber auch guten Kartoffelsalat, wohlschmeckende Spätzle nebst Braten und Soße. Am 10. Oktober hatten Hartmut und Sieglinde die Gruppe wieder einmal nach Poppenweiler geführt und mit dem „Einheitsessen“ die Neuzugänge prompt zu Poppenweiler-Fans gemacht. Am 14. Oktober 2009 hatte die leider früh verstorbene Christa Hundhammer mit ihrem Sepp eine Wanderung den Neckar entlang in Poppenweiler enden lassen .

Zwei Jahre später am 12. Oktober 2011 führten Christa und Sepp genau die Wanderung, die jetzt von Hartmut und Sieglinde Kruse wiederholt wurde. Beide Gruppen stiegen beim Gollenhof in Weiler zum Stein aus dem Bus und liefen dann in unterschiedlichem Tempo durch das idyllische Buchenbachtal, ein Naturschutzgebiet, in dem es unter anderem steinerne Bogenbrücken zu bewundern gibt. Die Rundbögen wurden über Jahrhunderte kunstvoll aus Steinen aufgeschichtet und werden von den Bauern bis heute noch genutzt.

Vom Buchenbachtal ging es schließlich bergauf nach Wolfsölden. Die sogenannten „Genusswanderer“ sparten sich hier den langen Weg durch das Dorf Affaltenbach und ließen sich gleich auf den Lemberg fahren, wo ein bequemer Sitzplatz und eine wunderschöne Aussicht zum Verweilen einluden. Die meisten Senioren liefen von hier die fünf Kilometer nach Poppenweiler, ein kleiner Kreis waschechter Genusswanderer blieb hocken und ließ sich von Emil direkt zum „Besen“ kutschieren.

Gerne erinnerten sich die Senioren auch an die letzte von Uschi und Hermann Botzenhardt geführte Wanderung zum Traifelberg am 24. Oktober. Das ganze Jahr herrschte eitel Sonnenschein, doch für diese letzte DAV-Seniorenwanderung waren Regen, kühle Temperaturen und starker Wind vorhergesagt. Von Regen keine Spur, nur der Wind blies gewaltig am nördlichen Albtrauf, was die Wandergruppen nicht weiter störte. Hartmut Kruse spekulierte sogar, der Rückenwind von links sorge für mehr Sicherheit.

Die sogenannten Langwanderer starteten am Traifelberg und stiegen zunächst auf den tollen Aussichtsfelsen „Locherstein“, genau gegenüber dem Schloß Lichtenstein. Der schöne Traufweg über den Rötelstein bis zum Burgstein ist einer der Traufgänge mit fantastischen Aussichten im herbstbunten Laubwald. Es fehlte nur die Sonne, um diese Farbenpracht zum Leuchten zu bringen.

Vom Burgstein starteten schon eine Stunde zuvor die sogenannten Genusswanderer und liefen von hieran die gleiche Strecke wie die sogenannten Langwanderer.

In Holzelfingen war eine Besichtigung der St. Blasius Kirche vorgesehen. Vermutlich im 10. Jahrhundert wurde hier zur Zeit des Kaisers Otto der Erste eine Kirche aus Holz erbaut. Sie wurde später durch eine Kirche aus Stein ersetzt. Nur der Chor aus dem Jahr 1493 ist von dieser Vorgängerkirche übrig geblieben. Dann ging es weiter über den Rauhbol und die Ruine Greifenstein bis zum Eckfelsen, immer am Trauf entlang bis die Wanderer schließlich Richtung Osten durch den Wald zur Ruine Stahleck abbogen.

An der großen Yakherde vorbei stiegen die Gruppen noch zum Göllesberg hoch und im großen Bogen hinunter zur Einkehr im Stahleckerhof. Die Traufwege auf der Schwäbischen Alb mit ihren herrlichen Wegführungen und den schönen Aussichten sind zu jeder Jahreszeit ein Genuss – nicht nur für Genusswanderer.

Klar wollen alle 60 Teilnehmer der letzten Wanderung auch im Jahr 2019 wieder zum Gänsemarsch nach Seißen. Hartmut Kruse hat schon vorbestellt. Doch ob es noch einmal so eine gelungene Mischung aus Indianersommer, goldenem Oktober und Novembergänsebraten gibt, das weiß heute noch keiner. Auf jeden Fall genossen 60 Senioren einen wunderschönen Tag, nicht nur weil sie acht Gänse vertilgten, sondern weil es so viel Spaß machte, auf der schwäbischen Alb durch einen leuchtenden Herbstwald zu wandern. Die Sonnenstrahlen malten mystische Bilder und Dieter Schleyer vermutete schon, dass Caspar David Friedrich hinter der nächsten Wegbiegung steht und malt.

Der Gänsemarsch nach Seißen ist längst Tradition bei den DAV-Senioren geworden. Um so erstaunlicher, dass Hartmut und Sieglinde immer wieder neue Wege zum Ziel finden. Dieses Mal hatten sie die Route beim Vorwandern entdeckt. Sie führte von Beiningen durchs „Höllental“ zum Hohlen Fels bei Schelklingen, das Tal präsentierte sich bei diesem Wetter aber durchaus himmlisch.

Nach dem üppigen Essen bot sich der bekannte Rückweg an über die Felsformation „küssende Sau“ Dieser Wanderweg ist gut bekannt.Doch bei solch zauberhafter Herbstbeleuchtung wirkt die gigantische verliebte „Sau“ durchaus erotisch. Die Diashow von Heide Urban gab mit leuchtenden Fotos eine Ahnung von diesem zauberhaften Tag wieder. Da bleibt nur Lyrik und Heide Urban zitierte in ihrer CD denn auch folgerichtig das schöne „Herbstbild“ von Friedrich Hebbel: „Dies ist ein Herbsttag wie ich keinen sah...“

Auch die Jahresabschlussfeier der Senioren fand einen Wiederhall in der Dia-Show. Heide Urban dankte life und ganz persönlich Hartmut Kruse. Er sorge mit „hartem aber auch mit mildem Mut dafür, dass die Gruppe zusammenhält.“ Wieder war der Vortrag außerordentlich gut besucht und wieder gab es langanhaltenden Beifall für Heide Urban, die wiedermal mit ihrer Zusammenstellung ein wunderschönes Wanderjahr „auf den Punkt“ gebracht hat.

Text: Annegert Bock 
Fotos: Heide Urban

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