Zum Tod von Elisabeth Eike

Am Freitag 15. Februar 2019 starb Elisabeth Eike in ihrer Wohnung am Eselsberg im Alter von 86 Jahren. An ihrem Grab auf dem Söflinger Friedhof versammelten sich auch viele DAV-Senioren, um Abschied zu nehmen. Denn den Satz bei der Trauerfeier „Sie hielt den Laden zusammen“ konnte nicht nur Astrid bestätigen. Als Elisabeth Eike zum letzten Mal am 16. Januar 2019 zu Heides Diashow in eine Versammlung der DAV-Senioren kam, hatte ihr Dieter ein Schild an seinem Tisch gemalt: „Hier sitzt Liese“. Das war ein Ehrenplatz und sie hat sich gefreut. Einen solchen gedanklichen Ehrenplatz wird sie im Kreise der Alpenvereins-Senioren aus Ulm, solange es diese Gruppe gibt, behalten. Ihr freundliches aber zupackendes Auftreten, ihre Hilfsbereitschaft, ihr Engagement für die Gemeinschaft werden in Erinnerung bleiben, auch wenn sie schon seit Ende 2017 auf das Mitwandern verzichten musste.

Liese wurde am 24. März 1932 in Münsingen geboren. Bei einer Wanderung hat sie mal von ihrer Kindheit erzählt, vom Lager, vom Krieg, berichtet Annegert. Für Annegert war Liese die erste Ansprechpartnerin beim DAV im Jahr 2003. Ihren Ratschlag, ja auf gutes Schuhwerk zu achten, hat sie sich bis heute gemerkt. Lise ist auch zu verdanken, dass Annegert eine Art „Pressefunktion“ bei den DAV-Senioren übernommen hat. Vor allem aber ist es Lise Eikes Verdienst, berichten Inge und Hartmut, dass der Übergang von Margret Frank zum neuen Vorstand Hartmut Kruse so reibungslos geklappt hat. Hartmut Kruse wollte das Ehrenamt zwar erst in zwei, drei Jahren antreten, aber schon nach sechs Monaten musste er ran, da kannte Lise kein Pardon. Jetzt schmeißt er seit mehr als einem Dutzend Jahren „den Laden“.

So eng die Freundschaften und Familienverbindungen mit zwei Enkeln und drei Urenkeln auch waren, Elisabeth Eike hat in ihrem Leben viel kämpfen müssen. Mit 23 hatte sie geheiratet und gemeinsam mit ihrem Mann das Klaviergeschäft im Hafenbad aufgebaut, und gleichzeitig die Tochter Barbara groß gezogen. Doch in den 80ger Jahren erkrankte ihr Mann, musste 1989 das Geschäft aufgeben und starb 1990. Fünf Jahre später wurde Lise Eike erstmals Opfer der gleichen Krankheit. Zwar hat sie den Krebs zunächst tapfer überwurden, wie die Tochter berichtet, doch am Ende siegte die tödliche Krankheit. „Die kleinen Teufel fressen mich jetzt auf“, sagte Lise ihrer Tochter, besonders quälend war der Juckreiz, der sich mit keinem Medikament beseitigen ließ. Lise musste die Führungen aufgeben, wanderte dann bei den sogenannten Kurzwanderern mit, bis sie auf die geliebten Wanderungen überhaupt verzichten musste. „Ich wäre gerne noch ein bisschen da“, sagte sie ihrer Tochter Bärbel. Aber es sollte nicht sein. Lise hat es gewusst, denn sie hat alle Papiere und Unterlagen vor ihrem Tod sorgfältig zusammengetragen: „Das Mädel soll doch wege mir kei Arbeit habe!“

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