Schwandalpe von 1950 bis heute

Schwand 1950
Schwand 1950

Rückblick Schwandalpe

Sepp Reiter, der Hüttenwart der Lenzen­berghütte kannte sich in der Gegend um Thalkirchdorf gut aus - seit Jahren war er dort mit seinen Memminger Bergfreunden zum Skilaufen gewesen. Auf der Schwand wurde er fündig. Auf dem Heustock der Hüt­te kam es zum Vertragsabschluss. Die Unter­händler, der Sektionsvorsitzende Karl Wei­ger mehrere Ausschussmitglieder und im Auftrag seines Vaters Schädler jun. saßen auf Balken oder im Heu und schlossen einen Vertrag für den Westteil der Hütte, den Stall, auf zehn Jahre ab.

Schwand 2004
Schwand 2004

Der Mietzins betrug mo­natlich 40 DM und konnte durch Arbeitsstunden für den Ausbau abgegolten werden (erst vier Jahre später zahlte daher die Sek­tion die fällige Miete). Erneut opferten zahl­reiche Sektionsmitglieder in ehrenamtlichem und unermüdlichem Einsatz Urlaub und Wochenenden und bauten den Stall und den Schopf nach den Plänen des Architekten Karl Augustin um. Bereits im Winter 1950/51 fanden zwei Jugendskikurse statt, an denen 100 Jungen und Mädchen teilnahmen. 

Obwohl die Schwandalpe von vielen Mitglie­dern sommers wie winters gut besucht wur­de, Mütter mit ihren Kindern ihren Urlaub und Ulmer Schulklassen ihr Schulland heim auf der Schwand verbrachten und auch die Hütte auf längere Sicht saniert war, blieb es ungewiss, ob die Sektion auf Dauer die Schwandalpe mieten konnte. So geriet sie allmählich in Bedrängnis. 

Schwand

Die Versuche ein ge­eignetes Objekt zu finden, blieben erfolglos, eine Bauanfrage wurde abschlägig beschie­den, und darüber hinaus konnte sich der Be­sitzer der Schwandalpe aus familiären Gründen nicht zu einer Verlängerung des Mietvertrages entschließen. Umso überra­schender kam es dann Ende des Jahres 1964 zu einem Kaufvertrag, der die Schwandalpe mit einem entsprechenden Grundstück (2500 m2) in den Besitz der Sektion überführte.

Der Kauf der Schwandalpe bedeutete für die Sektion eine erhebliche finanzielle Belastung. Auch war ein umfassender Umbau des Ge­bäudes notwendig, um es als Stützpunkt für Skikurse und als Schullandheim sinnvoll nut­zen zu können.Doch hat­te die Geschichte der Ulmer Sektion immer gezeigt, dass ihre Mitglieder stets zu Geld- und Sachspenden und zu Freiwilligen Ar­beitseinsätzen bereit waren, wenn es galt, die Ziele und Belange der Sektion zu fördern und zu unterstützen, wie beispielsweise die Ulmer Hütte zu renovieren. Auch dieses Mal wurden die Erwartungen nickt enttäuscht. Zahlreiche große und kleine Geld- und Sach­spenden sowie Darlehen der Mitglieder gin­gen ein, sodass der Kauf und der Umbau der Schwandalpe gemeistert werden konnte. 

Schwand

Mit dem Umbau begann man im Juli 1966 und ging mit großer Eile ans Werk. Der westliche Teil des Hauses wurde abgerissen und völlig neu gebaut, wobei man großen Wert darauf legte, dass das Haus ein einheit­liches Erscheinungsbild erhielt. Terminge­recht kamen Fenster und Haustüren, die Heizungs-, Sanitär- und Elektroinstallation wurde vorangetrieben, die Außenwände, Decken, Dach und Rohre in Eigenarbeit iso­liert, um für den nahenden Winter gerüstet zu sein. Die Mühen hatten sich gelohnt. Mehr als 1000 Personen übernachteten - oh­ne zu frieren! - in improvisierten Schlafräu­men. Nach sechs Monaten, im Frühjahr 1967, brachten Gipser; Plattenleger, Schrei­ner, Schlosser, Maler und Ofensetzer mit der tatkräftigen Unterstützung freiwilliger Kräfte aus der Sektion, die mehr als 3000 Arbeits­stunden leisteten, den Umbau zu Ende. Bür­ger und Bürgerinnen aus Thalkirchdorf, zahlreiche Gäste, unter ihnen der Ulmer Oberbürgermeister Theodor Pfizer, junge und alte Sektionsmitglieder feierten am 17. September 1967. die Einweihung der Schwandalpe.
Bis heute erfreut sich die Schwandalpe großer Beliebtheit. Sie hat zahllosen Ulmer Schulklassen vergnügliche Schullandheime geboten und ist der ideale Stützpunkt für die wintersportlichen Akti­vitäten der Skiabteilung. Heute bietet die Schwandalpe sogar sichere Schneeverhältnisse, seit eine Beschneiungsanlage für aus­reichend Schnee sorgt. 

2005 wurde die alte Küche entkernt und eine neue Gruppenküche eingebaut.

2006 wurde eine 5KW Photovoltaikanlage auf der Hütte installiert

2008 wurden die Schlafräume im alten Teil der Hütte modernisiert.

2010 Renovierung der Toiletten

2011 Anbringung einer Wärmedämmung an der Nord-Ost Fassade

2012 Modernisierung der Waschräume

2013 Austausch der Fenster durch neue Isolierfenster

2016 Erneuerung der großen Stube

2017 Schindeln der Ostfassade

2018 Schindeln der Südfassade, Erneuerung der Elektroverteilung und neue Fenster auf der Südseite

2019 Renovierung der kleinen Küche

2020 Schindeln der Westfassade


Euer Hüttenwart